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Lieferketten unter Druck: Warum Lieferantenmanagement 2026 zur Führungsaufgabe wird

Lieferketten bleiben unter Druck – und genau deshalb wird professionelles Lieferantenmanagement für den Einkauf zur Pflicht. Wer Lieferantenrisiken früh erkennt, schützt Versorgungssicherheit, Kostenstruktur und operative Handlungsfähigkeit.
Stefan J. Leirich,
18. Mai 2026

Lieferketten stehen nicht erst seit gestern unter Druck. Neu ist aber, wie dauerhaft dieser Druck geworden ist. Für den Einkauf bedeutet das: Lieferantenmanagement ist 2026 kein administrativer Nebenprozess mehr, sondern eine echte Führungsaufgabe.

Früher reichte es oft, Lieferanten nach Preis, Qualität und Lieferzeit zu bewerten. Das war nie falsch. Es war nur unvollständig. Heute müssen Einkaufsleiter zusätzlich wissen, welche Lieferanten kritisch sind, welche Risiken in der Lieferkette schlummern und wie schnell das Unternehmen reagieren kann, wenn ein Lieferant ausfällt.

Genau hier wird professionelles Lieferantenmanagement zum strategischen Hebel. Es schützt nicht nur vor Engpässen. Es hilft auch, Kosten stabiler zu steuern, Abhängigkeiten zu reduzieren und Versorgungssicherheit im Einkauf belastbarer zu machen.

Kurz gesagt: Wer seine Lieferantenbasis nicht kennt, kennt sein Risiko nicht. Und das ist im Einkauf 2026 eine ziemlich teure Wissenslücke.

Warum Lieferketten 2026 weiter unter Druck stehen

Lieferketten bleiben anfällig, weil Unternehmen gleichzeitig mit geopolitischen Risiken, steigenden Kosten, Handelskonflikten, Energiepreisen, Transportunsicherheiten und regulatorischen Anforderungen umgehen müssen.

Das klingt nach großer Weltlage. Ist es auch. Aber im Einkauf landet es sehr konkret auf dem Tisch: Liefertermine verschieben sich, Preise ändern sich, Alternativen fehlen, Materialien werden knapp oder Lieferanten können Zusagen nicht halten.

Aktuelle Branchenzahlen zeigen, dass diese Entwicklung nicht nur ein theoretisches Risiko ist. Der BDI beschreibt deutsche Lieferketten weiterhin als verwundbar: 92 % der Unternehmen verzeichnen höhere Resilienzkosten, 68 % planen Produktionsverlagerungen ins Ausland. Auch die DIHK macht deutlich, dass internationale Lieferkettenstörungen die deutsche Industrie spürbar belasten: Laut Blitzumfrage schränkt jeder zehnte Industriebetrieb deshalb die Produktion ein, zwei von fünf Unternehmen verschieben Projekte oder Investitionen.

Für Einkaufsverantwortliche heißt das: Reines Reagieren reicht nicht mehr. Wer wartet, bis der Engpass sichtbar ist, ist meist schon im Krisenmodus. Professionelles Lieferantenmanagement setzt früher an.

Was Lieferantenmanagement heute leisten muss

Lieferantenmanagement soll Transparenz schaffen, Risiken sichtbar machen und Lieferantenbeziehungen aktiv steuern. Es geht nicht nur darum, Lieferanten zu verwalten, sondern zu entscheiden, welche Lieferanten für das Unternehmen wirklich strategisch wichtig sind.

Ein gutes Lieferantenmanagement beantwortet drei einfache Fragen. Einfach heißt hier nicht leicht.

Erstens: Welche Lieferanten sind für Kosten, Qualität und Lieferfähigkeit kritisch?
Zweitens: Welche Risiken bestehen bei diesen Lieferanten?
Drittens: Welche Maßnahmen reduzieren diese Risiken, ohne neue Probleme zu erzeugen?

Damit wird Lieferantenmanagement zur Schnittstelle zwischen strategischem Einkauf, operativer Beschaffung, Qualitätsmanagement, Logistik und Geschäftsführung. Gerade in produzierenden Unternehmen ist diese Verbindung entscheidend. Ein Lieferant ist nicht nur eine Adresse im ERP-System. Er kann im Zweifel darüber entscheiden, ob produziert, geliefert und abgerechnet werden kann.

Strategisches und operatives Lieferantenmanagement: Wo der Unterschied liegt

Operatives Lieferantenmanagement hält den Alltag am Laufen. Strategisches Lieferantenmanagement entscheidet, wie die Lieferantenbasis langfristig entwickelt wird.

Der operative Einkauf sieht oft als Erstes, wo es knirscht: Lieferverzögerungen, Rückfragen, Qualitätsprobleme, Preisänderungen, Kommunikationsprobleme. Diese Informationen sind wertvoll. Sie dürfen aber nicht im Tagesgeschäft versanden.

Strategisches Lieferantenmanagement nimmt diese Signale auf und bewertet sie größer: Ist das ein Einzelfall oder ein Muster? Ist der Lieferant grundsätzlich leistungsfähig? Gibt es Alternativen? Muss die Warengruppe neu bewertet werden? Braucht es eine andere Vertragsstruktur oder eine gezielte Lieferantenentwicklung?

Genau hier liegt der Unterschied. Operatives Lieferantenmanagement reagiert auf konkrete Ereignisse. Strategisches Lieferantenmanagement gestaltet die Lieferantenstruktur so, dass weniger kritische Ereignisse entstehen.

Beides braucht einander. Wenn strategischer und operativer Einkauf nicht sauber miteinander verbunden sind, entstehen schöne Strategien auf der einen Seite und tägliche Feuerwehreinsätze auf der anderen. Das ist auf Dauer weder effizient noch besonders nervenschonend.

Supply Chain Risk Management: Risiken früher erkennen, nicht später erklären

Supply Chain Risk Management, kurz SCRM, bedeutet, Risiken in der Lieferkette systematisch zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Im Einkauf ist das keine theoretische Disziplin, sondern ziemlich praktische Schadensbegrenzung – idealerweise bevor der Schaden entsteht.

Typische Lieferantenrisiken sind zum Beispiel finanzielle Instabilität, Single-Sourcing, regionale Abhängigkeiten, Qualitätsprobleme, Kapazitätsengpässe, lange Wiederbeschaffungszeiten oder schwache Kommunikation. Auch Cyberrisiken und Compliance-Themen spielen zunehmend eine Rolle.

Entscheidend ist die Bewertung. Nicht jeder Lieferant mit hohem Einkaufsvolumen ist automatisch kritisch. Und nicht jeder kleine Lieferant ist unwichtig. Manchmal hängt eine ganze Produktion an einem Bauteil, das im Einkaufsvolumen kaum auffällt. Genau solche Fälle machen Supply Chain Risk Management notwendig.

Ein guter Einstieg ist die Kombination aus ABC-Analyse und Risikobewertung. Die ABC-Analyse zeigt, welche Lieferanten oder Warengruppen wirtschaftlich besonders relevant sind. Die Risikobewertung zeigt, wo Ausfallwahrscheinlichkeit und Auswirkung hoch sind. Erst zusammen entsteht ein realistisches Bild.

Und ja: Diese Arbeit ist nicht glamourös. Aber sie ist oft wirksamer als der nächste große Strategie-Workshop mit sehr viel Kaffee und sehr wenig Umsetzung.

Kritische Lieferanten erkennen: Nicht jeder wichtige Lieferant ist kritisch

Ein kritischer Lieferant ist ein Lieferant, dessen Ausfall spürbare Auswirkungen auf Produktion, Lieferfähigkeit, Qualität oder Kosten hätte. Entscheidend ist nicht nur das Einkaufsvolumen, sondern die Ersetzbarkeit.

Ein Lieferant kann kritisch sein, wenn es keine kurzfristige Alternative gibt, wenn Freigaben lange dauern, wenn technische Spezifikationen sehr eng sind oder wenn der Lieferant für eine zentrale Warengruppe steht. Auch Lieferanten mit Spezialwissen, Werkzeugbindung oder kundenspezifischen Materialien können kritisch sein.

Für Einkaufsleiter ist diese Unterscheidung wichtig. Wer alle Lieferanten gleich behandelt, verschwendet Aufmerksamkeit. Wer nur auf Volumen schaut, übersieht Risiken.

Besser ist eine klare Segmentierung:

  • strategische Lieferanten mit hoher Bedeutung und hoher Abhängigkeit
  • leistungsstarke Standardlieferanten mit guter Ersetzbarkeit
  • Risikolieferanten mit schwacher Performance oder hoher Unsicherheit
  • Entwicklungslieferanten mit Potenzial, aber noch nicht stabiler Leistung

Diese Segmentierung macht Lieferantenmanagement steuerbar. Erst dann lässt sich entscheiden, wo intensivere Zusammenarbeit, Alternativensuche, Entwicklung oder Eskalation sinnvoll ist.

Der Lieferantenmanagement-Prozess: Weniger Bürokratie, mehr Steuerung

Ein Lieferantenmanagementprozess muss nicht kompliziert sein. Er muss funktionieren.

In der Praxis besteht der Prozess aus fünf Schritten: Lieferanten identifizieren, bewerten, segmentieren, entwickeln und regelmäßig überprüfen. Der Fehler liegt selten darin, dass Unternehmen keinen Prozess kennen. Der Fehler liegt eher darin, dass der Prozess nicht konsequent gelebt wird.

Lieferanten werden einmal bewertet, aber nicht regelmäßig neu eingeschätzt. Risiken werden dokumentiert, aber nicht in Maßnahmen übersetzt. Kennzahlen werden erhoben, aber nicht genutzt. Oder das Lieferantenmanagementsystem wird gepflegt, ohne dass daraus echte Steuerung entsteht.

Das Ziel ist nicht mehr Dokumentation. Das Ziel ist bessere Entscheidung.

Ein wirksamer Lieferantenmanagementprozess sollte deshalb klar beantworten:

  • Welche Lieferanten werden wie oft bewertet?
  • Welche KPIs sind relevant?
  • Wer ist verantwortlich?
  • Wann wird eskaliert?
  • Welche Maßnahmen folgen aus schlechten Bewertungen?
  • Welche Lieferanten sollen entwickelt, ersetzt oder enger angebunden werden?

Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, bleibt Lieferantenmanagement oft ein Formularprozess. Und Formulare haben selten eine Lieferkette gerettet.

Lieferantenmanagementsysteme: Tool ja, aber bitte nicht als Ersatz für Strategie

Ein Lieferantenmanagementsystem kann sehr hilfreich sein. Systeme wie SAP, SAP Ariba oder andere SRM-Lösungen können Lieferantendaten, Bewertungen, Dokumente, Zertifikate, Risiken und Performance-Kennzahlen zentral abbilden.

Aber ein Tool löst kein Führungsproblem.

Wenn die Kriterien unklar sind, Stammdaten unsauber gepflegt werden oder niemand entscheidet, was aus den Bewertungen folgt, bleibt auch das beste Lieferantenmanagementsystem nur ein schöner digitaler Aktenschrank. Moderner vielleicht, aber immer noch ein Aktenschrank.

Der Nutzen entsteht erst, wenn System, Prozess und Verantwortung zusammenspielen. Lieferantenmanagement braucht klare Daten, aber auch klare Entscheidungen. Welche Lieferanten werden bevorzugt? Welche werden entwickelt? Welche Risiken akzeptiert das Unternehmen bewusst? Wo müssen Alternativen aufgebaut werden?

Technologie kann Transparenz schaffen. Führung muss daraus Konsequenzen ziehen.

Strategische Beschaffung und Warengruppenstrategie gehören dazu

Lieferantenmanagement funktioniert nicht isoliert. Es gehört eng zur strategischen Beschaffung und zur Warengruppenstrategie.

Wer Lieferantenrisiken reduzieren will, muss wissen, welche Warengruppen besonders kritisch sind. Eine Warengruppenstrategie hilft, Beschaffungsmärkte, Kostenhebel, Lieferantenstruktur und Risiken gemeinsam zu betrachten. Dadurch wird klarer, welche Lieferantenbeziehungen strategisch ausgebaut werden sollten und wo Alternativen nötig sind.

In der strategischen Beschaffung geht es nicht nur um die nächste Ausschreibung. Es geht um die Frage, wie ein Unternehmen langfristig sicher, wirtschaftlich und flexibel beschaffen kann. Das umfasst Lieferantenentwicklung, Dual Sourcing, Vertragsmodelle, regionale Diversifikation, Qualitätsanforderungen und Risikosteuerung.

Gutes Lieferantenmanagement ist deshalb nie nur rückwärtsgewandt. Es bewertet nicht nur, was passiert ist. Es entscheidet, wie die Lieferantenbasis künftig aussehen soll.

LkSG, CSDDD und Compliance: Was Einkaufsverantwortliche jetzt beachten sollten

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz bleibt ein relevantes Thema für den Einkauf. Gleichzeitig ist die Rechtslage durch die europäische Lieferkettenrichtlinie und geplante Anpassungen in Bewegung.

Wichtig für die aktuelle Einordnung: Das bestehende LkSG bleibt nach Darstellung der IHK in Kraft, bis die europäische Lieferkettenrichtlinie CSDDD in deutsches Recht umgesetzt wurde. Gleichzeitig wurde die Prüfung und Einreichung von Unternehmensberichten nach §§ 12 und 13 LkSG durch das BAFA vor dem Hintergrund der geplanten Gesetzesänderung eingestellt. Die CSDDD muss nach aktueller Darstellung bis zum 26. Juli 2028 in nationales Recht überführt werden.

Für den Einkauf bedeutet das: Compliance verschwindet nicht. Sie verändert sich.

Unternehmen sollten Lieferantenrisiken weiterhin nachvollziehbar bewerten, dokumentieren und angemessene Maßnahmen ableiten. Besonders größere Unternehmen und deren Lieferanten müssen damit rechnen, dass Anforderungen an Transparenz, Risikoanalyse und Dokumentation weiter eine Rolle spielen.

Wichtig ist aber auch hier: Compliance sollte nicht als Papierübung verstanden werden. Ein gutes Lieferantenmanagement hilft nicht nur bei gesetzlichen Anforderungen. Es hilft auch ganz praktisch, Risiken früher zu erkennen und Lieferfähigkeit besser abzusichern.

Nachhaltiges Lieferantenmanagement: Relevant, aber bitte pragmatisch

Nachhaltiges Lieferantenmanagement gehört inzwischen zum Standardrepertoire des strategischen Einkaufs. Trotzdem sollte es nicht losgelöst von Kosten, Qualität und Versorgungssicherheit betrachtet werden.

In der Praxis geht es um eine ausgewogene Bewertung: Welche Lieferanten erfüllen Anforderungen an Menschenrechte, Umwelt, Arbeitssicherheit, Qualität und Verlässlichkeit? Wo bestehen Risiken? Wo braucht es Entwicklung? Und wo ist die Zusammenarbeit langfristig nicht tragfähig?

Der Einkauf muss hier pragmatisch bleiben. Nicht jedes Unternehmen kann sofort jede Vorlieferkette vollständig ausleuchten. Aber jedes Unternehmen kann seine wichtigsten Lieferanten besser kennen, kritische Risiken priorisieren und Standards Schritt für Schritt verbindlicher machen.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement wird dann wirksam, wenn sie in bestehende Prozesse integriert wird: Lieferantenbewertung, Risikoanalyse, Audits, Vertragsmanagement, Warengruppenstrategie und Lieferantenentwicklung.

Als separates Projekt bleibt sie oft liegen. Als Teil der Einkaufssteuerung wird sie relevant.

Welche KPIs im Lieferantenmanagement wirklich helfen

Kennzahlen im Lieferantenmanagement sollten Entscheidungen verbessern. Wenn sie nur Tabellen füllen, sind sie Beschäftigungstherapie.

Wichtige KPIs sind zum Beispiel Liefertermintreue, Qualitätsquote, Reklamationsrate, Preisentwicklung, Reaktionsgeschwindigkeit, Eskalationshäufigkeit, Abhängigkeit, Risikobewertung und Anteil kritischer Lieferanten. Auch die Entwicklung von Alternativlieferanten oder die Anzahl ungeplanter Lieferunterbrechungen kann relevant sein.

Aber nicht jede Kennzahl ist für jedes Unternehmen gleich wichtig. Ein produzierendes Unternehmen mit kritischen Bauteilen braucht andere Schwerpunkte als ein Dienstleister mit standardisierten Beschaffungsprozessen.

Die besten KPIs sind meistens diejenigen, die zu Entscheidungen führen. Wenn eine Kennzahl schlechter wird, muss klar sein, was passiert. Wird der Lieferant entwickelt? Wird eine Alternative gesucht? Wird der Vertrag angepasst? Wird eskaliert?

Ohne Konsequenz bleibt auch das schönste Dashboard nur Dekoration.

Was Einkaufsleiter jetzt konkret tun sollten

Der Einkauf sollte Lieferantenmanagement nicht als Großprojekt beginnen, sondern als Führungsaufgabe mit klarer Priorisierung.

Der erste Schritt ist Transparenz: Welche Lieferanten sind wirklich kritisch? Danach folgt die Bewertung: Welche Risiken bestehen und wie wahrscheinlich sind sie? Erst dann kommen Maßnahmen.

Besonders sinnvoll ist ein pragmatischer 90-Tage-Ansatz:

In den ersten 30 Tagen werden kritische Lieferanten, Warengruppen und Abhängigkeiten sichtbar gemacht. In den nächsten 30 Tagen werden Risiken bewertet und priorisiert. Danach sollten konkrete Maßnahmen starten: Alternativen prüfen, Lieferanten entwickeln, Verträge anpassen, Eskalationswege klären oder Kennzahlen neu aufsetzen.

Der Einkauf muss dabei nicht alles gleichzeitig lösen. Das wäre der sichere Weg in die Überforderung. Wichtig ist, die kritischen Themen zuerst zu bearbeiten. Also dort, wo ein Lieferantenausfall hohe Kosten, Produktionsprobleme oder Kundenrisiken verursachen würde.

Gutes Lieferantenmanagement ist kein Projekt mit Enddatum. Es ist ein Steuerungsprozess. Und je instabiler Lieferketten werden, desto wichtiger wird diese Steuerung.

Wann externe Unterstützung im Lieferantenmanagement sinnvoll ist

Externe Unterstützung wird dann sinnvoll, wenn Lieferantenrisiken bekannt sind, aber intern Zeit, Struktur oder Führung fehlen, um sie konsequent zu bearbeiten.

Das passiert häufiger, als man denkt. Der Einkauf erkennt Probleme, aber das Tagesgeschäft frisst die Kapazität. Die Geschäftsführung erwartet Kostensenkung, aber gleichzeitig müssen Lieferfähigkeit und Qualität stabil bleiben. Lieferantenbewertungen existieren, aber niemand übersetzt sie in Maßnahmen.

In solchen Situationen kann externe Unterstützung helfen, schnell Struktur zu schaffen. Besonders dann, wenn Lieferantenmanagement, Risikomanagement im Einkauf, Warengruppenstrategie und operative Umsetzung gleichzeitig gefordert sind.

Ein erfahrener Interim Manager oder Einkaufsberater kann kritische Lieferanten identifizieren, Risiken bewerten, Maßnahmen priorisieren und die Umsetzung begleiten. Nicht als theoretische Übung, sondern nah am Tagesgeschäft.

Genau dort entsteht der Unterschied: Lieferantenmanagement wirkt erst, wenn aus Analyse Handlung wird.

Fazit: Lieferantenmanagement ist 2026 kein Verwaltungsprozess mehr

Lieferantenmanagement wird 2026 zu einer zentralen Aufgabe des strategischen Einkaufs. Unternehmen müssen wissen, welche Lieferanten kritisch sind, welche Risiken in der Lieferkette bestehen und wie sie Versorgungssicherheit aktiv schützen können.

Der Einkauf braucht dafür keine perfekte Welt. Die gibt es ohnehin selten. Er braucht Transparenz, klare Prioritäten, belastbare Lieferantenbewertungen und die Bereitschaft, aus Daten echte Entscheidungen abzuleiten.

Supply Chain Risk Management, strategische Beschaffung, Warengruppenstrategie und Lieferantenentwicklung gehören dabei zusammen. Wer diese Themen sauber verbindet, reduziert Risiken nicht nur auf dem Papier, sondern im operativen Geschäft.

Und genau darum geht es: weniger Überraschungen, weniger Feuerwehreinsätze, mehr Steuerung.

Unterstützung im Lieferantenmanagement

SJL Management & Consulting unterstützt Unternehmen dabei, Lieferantenrisiken sichtbar zu machen, kritische Abhängigkeiten zu reduzieren und Lieferantenmanagement wirksam im Einkauf zu verankern. Der Fokus liegt auf klarer Analyse, pragmatischer Priorisierung und operativer Umsetzung.

FAQ – Lieferantenmanagement unter Druck

Warum ist Lieferantenmanagement 2026 besonders wichtig?

Lieferketten bleiben durch geopolitische Risiken, Kostensteigerungen, regulatorische Anforderungen und volatile Märkte unter Druck. Professionelles Lieferantenmanagement hilft dem Einkauf, Risiken früher zu erkennen und Versorgungssicherheit besser abzusichern.

Was sind kritische Lieferanten?

Kritische Lieferanten sind Lieferanten, deren Ausfall erhebliche Auswirkungen auf Produktion, Lieferfähigkeit, Qualität oder Kosten hätte. Entscheidend ist nicht nur das Einkaufsvolumen, sondern vor allem die Ersetzbarkeit und Bedeutung für das operative Geschäft.

Wird es zu Engpässen in der Lieferkette kommen?

Engpässe lassen sich nicht pauschal vorhersagen. Klar ist aber: Internationale Störungen, geopolitische Konflikte, Transportprobleme und Preissteigerungen erhöhen das Risiko. Der Einkauf sollte deshalb kritische Warengruppen und Lieferanten frühzeitig prüfen, statt erst im Engpass zu reagieren.

Was bedeutet die 80/20-Regel in der Lieferkette?

Die 80/20-Regel bedeutet im Einkauf häufig, dass ein kleiner Teil der Lieferanten oder Warengruppen einen großen Teil des Einkaufsvolumens, der Risiken oder der operativen Bedeutung ausmacht. Eine ABC-Analyse im Lieferantenmanagement hilft, diese Schwerpunkte sichtbar zu machen.

Was ist eine unethische Lieferkette?

Eine unethische Lieferkette liegt vor, wenn entlang der Lieferkette menschenrechtliche, soziale oder ökologische Standards verletzt werden – etwa durch Zwangsarbeit, Kinderarbeit, gefährliche Arbeitsbedingungen oder schwere Umweltverstöße. Nachhaltiges Lieferantenmanagement soll solche Risiken erkennen, bewerten und reduzieren.